Berichte 2019


Fortbildung Hygienebelehrung in Preetz 25.03.2019

Ein Bäcker auf der Walz...

… ist das möglich? Diese Frage stellte sich vor 9 Jahren auch Daniel Lorenzen aus Joldelund nach seiner Bäckerausbildung. Über seine 3 Jahre und einen Tag auf der Walz durch Deutschland, Österreich, Schweiz, Vereinigte Emirate, Australien, Neuseeland und Skandinavien berichtete er vor über 80 LandFrauen aus Bokhorst, Kirchbarkau und Wankendorf. Er startete mit 5,-Euro in der Tasche und dem Sprung über das Ortsschild ins Unbekannte. Für 3 Monate hatte er eine Bürgin an der Seite, danach erhielt er die Ehrbarkeit und zog selbstständig weiter. Alle Zuhörerinnen lauschten gespannt seinen schauspielerischen Erzählungen, den vorgetragenen Liedern, seinen erlebten Anekdoten. So trampte er von seiner 1.Arbeitsstelle in Bamberg zurück nach Kiel um einmal Paternoster fahren zu können. Sein Wunsch mal Porsche zu fahren erfüllte sich auch mit einem Ausflug in eine ganz andere Gesellschaft von Bankern. Er lernte Nächstenliebe kennen, musste aber auch im Winter als letzte Rettung vor Eiseskälte auf das „ec-Hotel“ ausweichen. Sein erstes Weihnachtsfest wurde zur echten Durchhalteprobe, die anderen Weihnachtsfeste erlebte er auf der Südhalbkugel der Erde. Einen schweren Sturz überlebte er. Im Neuseeländischen Urwald waren er und sein Freund Fotomotiv vieler Japaner, da sie in einem Netz zwischen den Baumwipfeln übernachtet hatten. Neben vielen zwischenmenschlichen Begegnungen und Erfahrungen lernte er neue Techniken des Bäckerhandwerks dazu. Zum Ende der Walz erfüllte er sich einen letzten Wunsch. Mit 2 Kollegen lief er Fuß und ohne Geld innerhalb von 2 Monaten von Konstanz bis Kiel zurück. In sein Heimatdorf wurde er von seinen Wandergesellen auf eine Sänfte getragen, an den Füßen trug er seine zum 6.Mal besohlten Wanderschuhe… Viele Fragen nach diesem spannenden Vortrag beantwortete Daniel Lorenzen mit dem Hinweis, dass er nach seinem Arbeitstag als mittlerweile selbstständiger Bäcker in 4.Generation an seinem Buch über die Wanderschaft schreibt. Der Erscheinungstermin steht leider noch nicht fest…

 

Demenz- Vortrag und Gesprächsrunde

Linda Letsch begrüßt zunächst die beiden Referentinnen Frau Vogler und Frau Wittrin-Hegeler von der Alzheimer Gesellschaft Kr. Plön – Selbsthilfe Demenz e.V .
Anwesend sind 50 Landfrauen und Gäste.
Was ist DEMENZ?
Sie gehört zu den häufigsten Krankheitssyndromen im Alter. Im Verlauf kommt es einem Abbau des Gedächtnisses, der mit Störungen in verschiedenen Bereichen (z.B. Denkfähigkeit, Orientierung, Sprache, Verhalten) einhergeht. Demenzerkranke vergessen nicht nur Details, sondern ganze Vorgänge und Abläufe. Ihnen fällt es immer schwerer, alltägliche Dinge zu erledigen und sich in ihrem eigentlich bekannten Umfeld zu orientieren.
Für die Diagnose einer Demenz gibt es internationale Systeme zur Klassifikation. Hier lautet die Definition ICD-10- Code:F00-F03. So müssen hier, zu einer Diagnose, die Symptome mindestens über 6 Monate bestanden haben.
Alzheimer und Demenz sind nicht dasselbe: Demenz ist der Oberbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die mit Verlust kognitiven also geistigen- Funktionen einhergehen. Es gibt verschiedene Demenz- Formen: Die häufigste ist die Alzheimer - Demenz, aber es gibt weitere, wie etwa die vaskuläre Demenz oder die frontotemporale Demenz, denen jeweils unterschiedliche Ursachen zu Grunde liegen.
Ursachen einer Demenz :
- Neurodegenerative Erkrankungen
- Durchblutungsstörungen des Gehirns
Eher seltene Ursachen sind: neurologische Erkrankungen, Stoffwechselkrankheiten, Schädel-Hirn- Verletzungen, Infektionen, Medikamente, Vitaminmangel
Wie wirkt sich eine Demenz aus?
Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprache, Denkvermögen- Termine werden vergessen, was selbst wahrgenommen wird. Es entstehen Angst- und Schamgefühle. Schuldsuche findet oft bei anderen statt.
Fortschreitend kommt es zu Alltagseinschränkungen, Zeitgefühl geht verloren, Anziehen fällt schwer, Toilettengang und Hygiene leiden, Realitätsverlust tritt ein - es entsteht Frust. Im späten Stadium entsteht Angst, keine Orientierung mehr, Schluckstörungen, Sprache – bei allem bleibt aber die Gefühlswahrnehmung erhalten! Der Alltag für eine an Demenz erkrankte Person ist eine ständige Herausforderung und bringt Angst und Unsicherheit mit sich. Es ist ein ständiger Balanceakt zwischen Scham, Trauer, Wut, Unverständnis für sie. Sie versuchen Lösungen für sich zu finden in Wortverwicklungen, eigenen Erklärungen und allgemeinen Rückzug. Aggressivität und Wutausbrüche aus Frustration oder Überforderung, Depression und Rückzug aus Mangel an Aktivität und Zuspruch können entstehen.
Was bleibt erhalten?
Kindheit- und Jugenderlebnisse, Fertigkeiten und vor allem Gespür für Stimmungen, Empfänglichkeit für nonverbale Kommunikation , positive und dramatische Erlebnisse und Erinnerungen
Was möchten Menschen mit Demenz?
Kontakt zu anderen Menschen, selbstbestimmt leben, Eigenständigkeit fördern, erhaltene Fähigkeiten fördern, Anerkennung so wie sie sind (Würde)
Was hilft?
Kein Zeitdruck, langsam sprechen, kurze Sätze, Bevormundung und Korrektur vermeiden, Sicherheit, Unterstützung, Miteinander sprechen und darüber sprechen, Gefahrenquellen ausschließen, Sehhilfen, techn. Hilfsmittel, Merk- und Notizzettel, helles Licht, körperliches Wohlbefinden
Was kann ich selbst bei Beginn einer Demenz noch regeln?
Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung, Testament
Was können pflegende Angehörige tun?
Informieren bei Beratungsstellen, austauschen mit anderen Betroffenen, Unterstützung durch z.B. Betreuungsgruppen annehmen, gemeinsame Aktivitäten
Fazit: Demenz ist medizinisch noch nicht heilbar, geistige, soziale und körperliche Aktivität sowie gesunde Ernährung könnten einen positiven Einfluss haben.


Ich träume von einem Land, in dem Menschen mit Alzheimer durch die Straßen irren können. Auf der Suche nach ihrem Haus, dem für immer verlorenen Zuhause. Und das da immer jemand ist, der sagt: „Kommen Sie, ich bring Sie nach Hause.“
 
Mit diesem Gedicht beenden Frau Vogler und Frau Wittrin-Hegeler ihren Vortrag und verweisen noch auf ausliegendes Informationsmaterial.
Linda Letsch bedankt sich bei den Referentinnen mit einem Schlusswort , einem Blumenpräsent und einer Spende.

Jahreshauptversammlung 2019

Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung begrüßte Gaby Kraemer-Tietgen 83 Mitglieder und Gäste. Zu den Gästen zählte die Bürgermeisterin von Wankendorf Silke Rossmann, unser Amtsvorsteher, der Bürgermeister von Belau Jörg Engelmann, sowie der stellvertretende Bürgermeister von Stolpe Matthias Stührwohldt. Renate Jacobshagen vertrat den KreisLandFrauenverband Plön und  als Referentin Ulrike Egener, Pastorin von Bornhöved. Im Jahresbericht 2018 wurden die zahlreichen Aktivitäten des Vereins deutlich. Silke Rossmann und Jörg Engelmann würdigten die LandFrauen als starke Gemeinschaft, die viel bewegen kann. Der Kassenprüfungsbericht von Hilke Florin ergab ein sparsames Wirtschaften. Die langjährige Ortsvertreterin Inga Biß aus Ruhwinkel/Schönböken wurde einstimmig für weitere 4 Jahre wiedergewählt und neue Kassenprüferin für 2 Jahre ist Silke Wetzel-Müller. Elfriede Scheel wurde einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt, da sie seit 1958 Mitglied ist. Renate Jacobshagen berichtete über die Kreistermine und Ilse Blöcker stellte die diesjährigen Tagesfahrten vor. Helga Gerstand bedankte sich bei dem Vorstand mit lieben Worten und einer Rose.
Während der Kaffeepause wurden per Beamer Fotos von diversen Unternehmungen des Vereins an die Wand geworfen. Als krönenden Abschluss erzählte unsere Referentin vom Weltgebetstag, der über Länder-und Konfessionsgrenzen hinweg 2 Millionen Menschen in 113 Sprachen erreicht. Dieser Tag verbindet Gebet und Handeln für Frieden, Gerechtigkeit und Frauenrechte.